Die Königreiche

Als sie los ritten, ahnten sie noch nicht, was ihnen der Tag würde bringen. Die Obrigkeit der ‚regnum caelorum virens‘ entsandte sie bereits des öfteren in die Schlacht um Terra ihrer ersten und einzigen Heimat. Doch dieser Auftrag war anders. Die großen Schlachten von Elysium und Cancarta waren ihr vertrautes Gebiet. Hatten sie hier jeweils mehrere Heere in und herausgeführt – nicht immer den Sieg davon getragen, doch immer mit erhobenem Haupt. Doch niemals zusammen und immer so – dass der Gegner sie kommen sah.

Diesseits waren sie auf sich gestellt in trauter Zweisamkeit dem Pfad des Krieges folgend, vorbei an glimmenden Ruinen – einst Städte voller Reichtum und Ehre nun untergehend in Schatten und Feuer. Mögen sie unbehelligt dem Weg folgen, ohne von den Schattendämonen verschlungen zu werden. Sie waren nicht wehrlos – jeder von Ihnen Meister Ihres Faches ausgerüstet mit Revolver und Schrotflinte, würden sie es mit allem aufnehmen, dass ihren Weg kreuze. Die obersten Zauberer hatten ihnen zudem eine Geheimwaffe mit auf den Weg gegeben, ohne sie wäre die Mission vor Beginn zum Scheitern verurteilt gewesen. Der Revolvermann trug sie mit sich – getarnt in einem Fuchsfell, dass er an die Satteltasche seines Ross gebunden hatte.

Je weiter sie in das einst fruchtbare Land eindrangen, umso heißer brannte die peitschende Asche in Ihren Kehlen. Sie zogen ihre braunen ledernen Mäntel und Halstücher enger – Ihre Hüte tiefer und versuchten dem Gestank der verbrannten Leichen, die ihren Weg säumten, keine Beachtung zu schenken.

Nach einem Tagemarsch erreichten Sie die Mauern von ’sepulcretum Šaiṭān‘, dessen Fluch noch immer diesen Ort der Trauer heimsuchte. Nachdem sie von einem Torwächter bemerkt wurden, entschieden sie sich zu trennen. Der Revolvermann gab seinem Ross die Sporen und trieb in den Asche-Sturm davon. Die Flinte blieb zurück und sorgte mit ausreichend Feuerkraft dafür den Wächter zurück in die Hölle zu schicken, noch eher es weitere Verstärkung rufen konnte.

Doch nun rann ihnen die Zeit davon. Der Revolvermann musste die Geheimwaffe am Tor zur Hölle anbringen, denn es legte ein Schild über die
sepulcretum Šaiṭān, den sie nicht selbst auslöschen konnten. Ihre Spione hatten bereits sehr gute Arbeit geleistet und sie fanden die Örtlichkeiten, wie erwartet vor. Der Revolvermann lies den Gegenstand aus dem Fell gleiten. Das Leuchten des Gegenstands vibrierte in der Hand des Revolvermanns. Er konnte die Macht spüren, die es durchfloss – nicht von dieser Welt. Er platzierte das Objekt auf dem blutigen Altar vor dem Tor und brachte sich und sein Ross in Sicherheit.

Das Leuchten, dass über diesen Ort fiel verriet der Flinte, dass der Revolvermann Wort gehalten hatte. Der praesidium-Fluch über diesem Ort war gebrochen und er konnte nun tun, was er am Besten konnte: Vernichten. Er wartete nicht auf den Revolvermann, sondern stürmte auf das Gelände des entzauberten Ortes. Er hatte den Überraschungsmoment auf seiner Seite. Die übrigen vier Wächter wussten nicht wie Ihnen geschah und nach einem kurzen Schusswechsel vernichtete die Flinte ihre Seelen für immer.

Genau zur rechten Zeit und keine Sekunde zu spät. Denn nun da der Ort sicher war, konnten die drei Königreiche wiedervereint werden.